Leben in Zeiten von Corona – Zeitvertreibe

Sorry, jetzt war es hier viel länger still als geplant. Das lag zum einen daran, dass ich morgens immer dachte „heute Abend bloggst du über das, was du tagsüber getan hast“, aber dann war ich abends zu platt und zu müde und hatte Kopfschmerzen (seit 14 Tagen werde ich sie nicht richtig los), zum anderen daran, dass ich dachte „mach mal was fertig und blogge dann erst darüber.“

Nun ja, ich bin jemand, der quasi alles durcheinander macht, und so werde ich nie wirklich fertig. Daher jetzt also eine kleine Zusammenfassung der Dinge, die ich so getrieben habe, für das eine oder andere Thema eröffne ich bestimmt noch eigene Artikel.

Letzten Montag (es fühlt sich wirklich deutlich länger her an) stellte ich fest, dass ich den Punkt, an dem die Haare geschnitten werden müssen, erreicht habe. Das ist wie mit Fingernägeln, nur sind die Intervalle länger. Irgendwann sind sie zu lang.
Was also tun? Die Friseure haben geschlossen, ich kenne niemanden persönlich, der mir die Haare schneiden könnte, also setzte ich vorsichtig meine Küchenschere an einer kleinen Locke an – und musste feststellen, dass sie unsagbar stumpf war. Mitten in der Nacht habe ich mir dann nicht nur eine Friseurschere bestellt, sondern auch noch ein paar Produkte zur Haarpflege (nachdem ich wieder auf die Curly Girl / Hair Method gestoßen war und dieser noch eine Chance geben wollte) und Farbe. Und zwar nicht braun. 😉
Lieferzeitpunkt der einzelnen Produkte: zwischen Samstag (28.03.) und dem 05.05. Letzteres war natürlich die Schere. Also habe ich Dienstag todesmutig meiner Nachbarin im Homeoffice geschrieben, ob sie eine Friseurschere hat, und sie antwortete: „Komm mal zur Tür, ich zeige Dir mein Sortiment.“
Kurz darauf war ich mit einer schmalen, scharfen Bastelschere bewaffnet und habe mir die Haare geschnitten. Nicht viel, so 10-15cm (im nassen Zustand hingen die längsten Strähnen fast bis auf den Hintern, das war also echt okay). Ein bisschen nachgearbeitet: Sieht nicht schlecht aus!
Mehr zum ganzen Haarthema dann in einem eigenen Blogartikel, sonst schlaft ihr mir hier alle ein, bis ich mit allem durch bin.

Das zweite war dann die Wiederentdeckung meiner Stricksachen. Ich hatte im Oktober ein Paar Socken dabei, als ich eine Freundin besuchte. Socke 1 wurde fertig, von Socke 2 hatte ich das halbe Bündchen. Also habe ich Socke 2 beendet und dann beschlossen, den Pullover, den ich vor gut drei Jahren begonnen habe, endlich zu beenden. Eine ausgeräumte Wollecke meiner Abstellkammer später wusste ich: Ich hab verdammt viel Wolle, auch noch sieben Knäule für den Pulli – aber wo ist der eigentlich? Ich fand ihn dann im Arbeitszimmer an der Türklinke hängend (im Leinenbeutel). Und er hatte Mottenlöcher. Oh no!
Nebenbei hatte ich dann schon Wolle für neue Projekte bestellt und außerdem einen Möbius-Loopschal wieder ausgebuddelt, der auch erst ein paar Zentimeter breit war. Also den Rest wieder eingepackt und den Schal weitergestrickt.
Inzwischen ist der Pulli aufgeribbelt und neu gestartet, eine weitere Socke beendet und der Loopschal befindet sich gerade in Abkettung.
Auch zum Stricken werde ich noch einen eigenen Artikel starten. Oder mehrere, mal sehen.

Ansonsten schaue ich Serien, spiele online-Games und hatte am Samstag Besuch. Mein Kletterpartner sitzt wie ich alleine in seiner Wohnung (eigentlich wären wir jetzt ungefähr seit einer Woche unterwegs im Donautal, im Frankenjura oder anderswo zum Klettern) und wir hatten das dringende Bedürfnis, mal wieder nebeneinander zu sitzen und zu quatschen. Das war wirklich toll – ich bin ja bekennender Einsiedlerkrebs, aber ich mag dann doch auch hin und wieder mal einen Menschen um mich haben.

Auch mit meiner Balkonnachbarin führe ich hin und wieder nette, lange Gespräche (wir haben es nach 13 Jahren jetzt mal zum offiziellen Du geschafft, nachdem uns das vorher schon mal hin und wieder rausgerutscht ist) und wenn ich Nachbarn im Treppenhaus treffe, reden wir auch miteinander.
Ich gehe einkaufen, hin und wieder spazieren und ansonsten bin ich ziemlich faul. Naja, ich habe angefangen, meine Wohnung aufzuräumen und mag, was da passiert. Mal schauen, wie weit ich komme.
Ich werde wohl viel Zeit haben, mehr als gedacht, denn Montag bekam ich meine Kündigung. Ich hatte gehofft, dass mein Arbeitgeber länger mit kurzarbeit durchhält, aber nun ist es, wie es ist, Wir gehen alle nicht davon aus, dass die Gastronomien so schnell wieder ihren Betrieb aufnehmen dürfen, und wenn doch, stellen sie uns (zumindest einige) wieder ein.

Was mir noch so durch den Kopf ging: Wir leben in ungewöhnlichen Zeiten, Wir müssen lernen, wieder Rücksicht aufeinander zu nehmen. Das klappt auf der einen Seite sehr gut, auf der anderen gar nicht. Viele zeigen andere an, weil diese sich nicht daran halten, nur zu zweit rauszugehen. Strände werden gesperrt, weil alle gleichzeitig ans Meer strömen, Und so weiter und so fort.
Machen wir es uns doch mal zur Aufgabe, netter miteinander umzugehen. Kritik positiv zu formulieren, anstatt nur draufzuhauen. Beweggründe zu hinterfragen. Kauft da jemand so viel Klopapier, weil er seine Nachbarn mit versorgt, sieben Kinder hat oder eine Jugendwohnung betreut?
Sind die Stimmen, die sich auf Verschwörungen berufen, nicht einfach nur Stimmen der Angst? Wie können wir ihnen diese nehmen?
Und: telefoniert mehr miteinander. Schreibt Briefe, Karten, Mails oder SMS. Zeigt den anderen, dass ihr an sie denkt.

Seid nett zueinander. Und bleibt gesund!

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