Ideen sammeln

Im Tintenzirkel teilte jemand die Idee, dass man jeden Tag eine kleine Idee für eine Geschichte in eine Kladde schreiben soll, so hat man immer einen Pool an Ideen parat, wenn man etwas schreiben möchte, aber gerade im Moment keine Idee hat.

Also habe ich gestern ein Erlebnis vom Wochenende als „Daily Idea #1“ in mein Moleskine geschrieben. Noch ist es eine Szene, aus der nicht viel mehr als eine Kurzgeschichte entstehen kann, aber schon heute auf dem Rückweg aus dem Kino kam eine zweite Idee dazu, die ich nachher ebenfalls festhalten werde. Diese beiden lassen sich gut verknüpfen, das ist aber gar nicht wichtig, im Gegenteil: Je mehr einzelne Ideen, desto mehr Geschichten können es am Ende werden. Und eines ist sicher: 2012 wird ein Schreibjahr, in dem ich Auf der anderen Seite beenden will und für das ich mir vorgenommen habe, jeden Monat an einem Wettbewerb teilzunehmen. Am Ende des Jahres sollte dann doch mindestens eine Veröffentlichung dabei herausgekommen sein, denke ich. Das ist zumindest mein Ziel.
Ein weiteres Ziel: Einen weiteren Roman zu schreiben und im NaNo 2012 dann eben noch einen. Und irgendwann auch die Nebelwelt genauer zu plotten und weiter zu schreiben. Derzeit hat sie sich ziemlich verheddert, aber da es nach wie vor ein Herzensprojekt von mir ist, wird es auch weitergehen. Vermutlich langsam und Stück für Stück, mit vielen Rückschlägen, zu löschenden Passagen und Umarbeitungen, aber am Ende wird ein ENDE unter dem Manuskript stehen. Versprochen. Ob das 2012 oder später sein wird, wird sich zeigen. Vorher gibt es aber noch ein bisschen Urban Fantasy, sobald die kleinen Plothäschen wieder vorbeihoppeln und sich einfangen lassen.

Die Nebelwelt wächst

Inzwischen habe ich fünf Kapitel in der Rohfassung fertig und sitze am sechsten. Immerhin, allerdings bin ich trotzdem hinter meinem Ziel, da ich vier Tage nicht zum Schreiben gekommen bin. An und für sich will ich täglich 1.000 Wörter schreiben, was ich letzte Woche fast immer überschritten habe. Wenn ich allerdings am NaNoWriMo teilnehmen will, dann sollte ich das aktuelle Projekt bis dahin möglichst im Rohbau fertig haben – nach meiner aktuellen groben Planung umfasst der Roman im halbwegs fertigen Zustand etwa 100.000 Wörter, so dass mir noch etwa 75.000 fehlen – ein sehr ehrgeiziger Plan für die verbleibenden sieben Wochen! Andererseits auch „nur 10.700 Wörter wöchentlich, also 1.530 täglich, was weniger ist als das Tagespensum im NaNoWriMo. Dass ich in der Zeit noch ein paar Märkte habe, lasse ich mal außer acht.

Heute waren es bisher knapp 500 Wörter, nicht rühmlich, aber besser als nichts. Bleiben noch gut 1.000 Wörter übrig, die ich in die Abendstunden schieben muss, da ich zunächst mal mein Auto ausräumen und Seife sieden muss, außerdem steht noch ein geführter Tauchgang an, den ich allerdings aufgrund des Wetters derzeit eher anzweifle. Mal gucken, was kommt.

Schön ist, dass meine Charaktere sich im Laufe des Schreibens weiter entwickeln, dass ich neue Nebencharaktere dazubekomme, dass mein Antagonist so langsam erwacht und ich herausfinde, was sein Plan ist („Die Weltherrschaft!“ warf er mir zunächst an den Kopf, aber ich glaube, es geht eigentlich vielmehr um Rache am König, der ihn und sein Land in die Verbannung schickte. Dass er zusätzlich dessen Platz einnehmen will, ist ein Nebeneffekt, nicht das Hauptziel). Dazu kommen immer wieder neue Kreaturen, die einfach mal auftauchen und meine Welt bevölkern, Verbindungen, an die ich selber nie gedacht habe und hier und da kleine Anekdoten, die zumindest mir zeigen, dass meine Welt ganz langsam zum Leben erwacht.

Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich kein großer Plotschreiber bin. Ich habe eine Idee und schreibe drauflos, und zwischendrin entwerfe ich Charaktere und grobe Handlungsstränge. Und seit mein innerer Zensor auf den Malediven weilt, habe ich auch kein Problem mehr damit, wenn der erste Entwurf Mist ist – ich freue mich halt stattdessen auf die Zeit, in der ich den Text intensiv überarbeite, hier und da mehr Details einfüge, dort eine Szene streiche und dann meinen Zensor frage, ob ich das so auf meine Betaleser loslassen kann, die ich dann hoffentlich im Tintenzirkel finden werde. Überarbeitung ist für Anfang 2012 geplant, und ich glaube fest daran, dass ich Mitte des kommenden Jahres einen ansatzweise brauchbaren Text haben werde. Ob ihn dann außer mir wirklich jemand lesen will, wird sich dann zeigen.

Zwischenstand

Ich habe in zwei Wochen Urlaub ca 8000 Wörter geschrieben. Nicht wirklich viel, aber auch nicht zu wenig. Ich peile an, täglich 1000 Wörter zu schaffen, für heute habe ich immerhin schon 1225.
Ehrgeiziges Ziel: Bis zum 31.10. die Rohfassung fertig zu haben, um am NaNoWriMo teilnehmen zu können (mit einem neuen Projekt). Falls das nichts wird, lasse ich den NaNo dieses Jahr sausen und stelle die Rohfassung bis zu, 31.12. fertig.

Derzeit habe ich drei parallele Handlungsstränge, von denen zwei auch zeitlich parallel laufen, einer deutlich später stattfindet als die ersten beiden. Wie genau das alles am ende verknüpft wird, weiß ich bisher nur ungefähr, aber auch das wird nach und nach.
Es tauchen immer mal wieder neue Figuren auf, die die Geschichte runder machen, ich habe ein paar Gegenspieler, die nach und nach auch ihre Ziele preisgeben, und natürlich wird meine Welt immer mehr mit fremdartigen Kreaturen und Pflanzen bevölkert.
Im Urlaub habe ich neben den 8000 Wörtern am Haupttext noch mal einiges an Nebentext verfasst, Charakterisierungen, Orte und Wesen erschaffen, so dass ich nach und nach meine Welt immer besser kennenlerne. Und je mehr ich weiß, desto leichter fällt es mir, darüber zu schreiben.
Weg sind meine alten Probleme, nicht mehr schreiben zu können, was ich schon zu sehr ausgedacht hatte, im Gegenteil: ich bekomme immer mehr Ideen, immer mehr Lust auf den Text und schreibe folglich auch immer mehr. Und gegen Schreibblockaden hilft ein guter alter Trick: Möglichst immer an einer spannenden Stelle abbrechen, damit der Einstieg beim nächsten Mal leichter fällt. Gestern hab ich für 250 Wörter etwa eine halbe Stunde gebraucht, weil mein Held in der Langeweile festsaß, aber als ich dann ein Staubwölkchen am Horizont hab auftauchen lassen, aus dem sich ein nicht gerade nettes Steppenvolk schälte, kamen die nächsten 800 Wörter fast von selbst.