Leben in Zeiten von Corona – von Freude und Hoffnung

Gestern habe ich mich aufgerafft und mal wieder ein Kernwerk-Training absolviert. Das war recht moderat, aber auch nicht zu lasch. Für den Wiedereinstieg ziemlich perfekt. Ich möchte versuchen, jeden Tag eine kleine Sporteinheit einzubauen, da ich hier sonst fröhlich verfette. Von sieben Stunden Stehen und Gehen täglich auf quasi Null herunter ist nicht gut für mich.

Danach habe ich dann eine kleine Rundtour gemacht. Ich wollte / musste eh noch in die langsam schwindende Hexenküche und zwei Pakete versenden, außerdem hatte mich eine Kundin aus der Kletterhalle gefragt, wie sie an ihre im Spind eingelagerten Sachen herankommt – da ich einen Hallenschlüssel habe, konnte ich das schnell für sie holen. Und ein Paket bei der Post musste ich auch noch abholen.

Also erst zur Post und kurz aber nett mit dem Mitarbeiter dort geschnackt. Dann weiter zur Halle, wo zu meiner Überraschung eine Kollegin gerade dabei war, Routen abzuschrauben, um in den kommenden Tagen neue an die Wand zu bringen. Das macht Mut, denn es zeigt doch, dass die Betreiber fest davon ausgehen, dass es weitergehen wird, wenn wir die Corona-Krise einigermaßen ausgestanden haben. Nachdem ich erst die Ersatzschlüssel nicht finden konnte, habe ich dann doch die Sachen mitnehmen können. Schnell in die Hexenküche und die beiden Päckchen gepackt und hier zur Post gebracht (ja, hätte ich besser lösen können, ich wusste aber nicht, wie lange ich brauche und ob die Filiale mit meinem Paket dann noch geöffnet hat). Und wieder nach Hause. Und hier nicht wirklich was gemacht außer herumzugammeln, zu lesen, zu schlafen und dann nicht wieder in die Hufe zu kommen – ich habe den Mittagsschlaf als Kind schon gehasst und noch heute ist es so, dass mir mein Kreislauf abhaut, auch wenn ich nur kurz schlafe. Ich brauche dann idealerweise eine deftige Mahlzeit oder zumindest einen Ziegenleckstein, um wieder fit zu werden. Gestern hab ich das mit einem Salat und Knoblachecken gelöst – letztere habe ich locker seit 13 Jahren nicht mehr gegessen, jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, sie in meiner aktuellen Wohnung je gemacht zu haben.
Viel mehr ging dann auch nicht, ich hab dann die Serie Dare Me auf Netflix angefangen. Abgesehen von echt krassen sportlichen Leistungen der Cheerleader ist die Serie düsterer als erwartet. Nix mit heiler Teeniewelt und so.

Heute war ich auch erstmal recht faul und hab mich dann entschieden, mit dem Rad zu Bekannten zu fahren, die riesige Mengen Brötchen zum WEiterverteilen bekommen hatten. Da dann noch einen Tee getrunken und mit zwei prall gefüllten Stoffbeuteln mit Brötchen nach Hause. Lecker gefrühstückt und dann wieder Couch, Katze, Buch, Netflix.

Kurz nach sechs hörte ich Musik von draußen. Tatsächlich, meine Nachbarn hatten einen Verstärker vor ihren Hauseingang gestellt und mit Geige, Gitarre und Gesang die Ode an die Freude angestimmt. Und viele weitere Nachbarn standen auf den Balkonen, hörten zu und sangen mit. Das war wunderschön! Er hat dann noch ein bisschen weiter Geige gespielt und kurz vor sieben haben wir dann alle gemeinsam Der Mond ist aufgegangen angestimmt. Ich hab mich sogar getraut, die Flöte auszupacken, was ich selten mache, weil ich ja nach wie vor nur sehr schlecht spiele. Aber es ging und hat Spaß gemacht!
Es tut gut, zu sehen, dass wir Nachbarn gemeinsam etwas auf die Beine stellen, miteinander reden, füreinander da sind. Ich bin gar nicht so alleine wie ich dachte, wenn ich hier zuhause bleibe. Danke, ihr Lieben!

Alles in allem war das ein schönes Wochenende, und auch, wenn ich noch mindestens drei Wochen zuhause sein werde, weil ich ja Urlaub habe (und bisher nicht davon ausgehe, dass nach Ostern alles wieder ist wie vor Corona, also werde ich wohl noch länger zuhause sein), habe ich so langsam das Gefühl, dass es gehen wird. Ohne Vereinsamung und Verlottern. Dafür habe ich auch zu viele Dinge, die ich gerne mache, auch wenn ich merke, dass ich mich zur Zeit noch schlechter konzentrieren kann als sonst.
Aber meine Socke wächst und gedeiht, in meinem Buch komme ich auch voran, und bald werde ich auch wieder Flöte üben und Französisch lernen. Mir ist klar, dass es nicht so einfach ist, aber es hilft zumindest ein wenig, die Krise auch als Chance zu sehen. Als Chance, ein bisschen herunterzufahren und bei sich anzukommen, achtsamer zu sein und sich nicht zu sehr zerfasern zu lassen.

Bleibt gesund – oder werdet zumindest nicht alle auf einmal krank!

Der neunte Tag im Ausnahmezustand

Heute habe ich immerhin 2.900 Wörter geschafft, meine Protagonisten sich ordentlich streiten lassen und Espresso mit Zitrone gegen den Kater verabreicht. Den meiner Figuren, ich hab derzeit zum Glück nur einen mit Fell. 😉
Insgesamt stehe ich jetzt bei 32.915 Wörtern und komme laut NaNo-Seite noch immer am 13. ins Ziel – hoppla, das ist ja schon am Dienstag!

Ich hab inzwischen 18 geplottete Kapitel und sechs davon geschrieben. Gefühlt hab ich eigentlich kaum noch Handlung übrig, aber das täuscht, denke ich, ich hab meinen Plot nur lange nicht mehr genauer angeschaut. Meistens gucke ich kurz rein, wenn ich anfange, suche mir raus, wo ich gerade bin und lese dann, was in dem Kapitel passieren soll. Das schreibe ich dann, und gut ist. So kann ich mich jeden Tag aufs Neue mit der Handlung überraschen!

Ich bin wirklich gespannt, wo ich am Ende lange, sowohl vom Umfang als auch von der Handlung her. Ich habe schon einige Lücken, die noch gefüllt werden müssen und kleine Logikfehler, die ich eliminieren muss, aber ich fühle mich in diesem Text weit mehr zuhause als letztes Jahr im NaNo – vermutlich, weil ich eben durch das exakte Plotten genau weiß, was ich will. Die Charaktere meiner Protagonisten muss ich aber noch um einiges besser darstellen, auch das ist ein Manko, was mir bewusst ist. Immerhin durfte Larissa heute richtig schön zickig sein und hat diese Aufgabe auch mit Bravour gemeistert!
Und ein ganz bisschen romantisch wurde es auch wieder, aber ich hab heute mal ausgeblendet, bevor ich noch in Versuchung komme, einen pornographischen Roman zu schreiben. So ist er weder angelegt noch geplant, und ich werde es zu verhindern wissen!

Die NaNo-Playlist, die ich mir erstellt habe, wirklich tatsächlich Wunder beim Schreiben. Manche Stücke treiben mich an, andere geben mir Zeit zum Nachdenken, und obwohl ich jede Schreibsession mit der Playlist beginne, werde ich der Musik nicht überdrüssig, im Gegeneteil, sie ist Teil des Rituals.

Damit ihr wisst, wovon ich spreche, poste ich die Liste mal:

1. Nightwish – The Islander
2. Katzenjammer – Rock-Paper-Scissors
3. Lana Del Rey – Summertime Sadness
4. Amy McDonald – Poison Prince
5. Mumford & Sons – White Blank Page
6. Strömkarlen – Vårvinda friska
7. Clannad – An Gleann
8. Naked Raven – Happening
9. Blackmore’s Night – Ocean Gipsy
10. New Model Army – Purity
11. Dido – Hunter
12. System of a Down – Soldier Side
13. Massive Attack – Teardrop
14. Roving Bottles – End of Darkness
15. Maria Mena – Miss You Love

Wenn ich damit durch bin, höre ich jeden Abend was anderes, derzeit sehr viel Naked Raven, die Neuentdeckung „Mumford & Sons“ (Dank an meine Muse!), aber auch wild durch den Gemüsegarten, System of a Down, Nightwish, Within Temptation, Amy McDonald und einiges mehr. Ich genieße es gerade sehr, wieder viel Musik zu hören und den Fernseher ausschalten zu können, wann immer mir danach ist. Schreiben und Musik gehören für mich sehr eng zusammen, und vielleicht erklärt das umgekehrt auch, warum ich so wenig in den letzten Jahren geschrieben habe, denn wenn man seine Zeit gerne mit einem Menschen verbringt, der wiederum den Fernseher als Hintergrundberieselung einsetzt, dann kommt man weder dazu, Musik zu hören noch zu schreiben. Ohne Vorwurf, und wenn, dann gilt der alleine mir, denn ich habe mich ja so entschieden, niemand sonst.

Zweites Treibmittel für mein Gehirn: Lebkuchen und Tee. Ich fürchte, ich muss noch häufiger laufen gehen in den nächsten Wochen!